- Bauherrschaft: seenah Immobilien AG
- Architektur: AndreasGervasiArchitekten GmbH
- Leistung: Energy Design, Green Building Solutions & Comfort Studies
- Nutzung: Gewerbe & Wohnen
- Bauvorhaben: Umbau mit Aufstockung
- Bearbeitungszeitraum: 2025
Das Wohn- & Gewerbegebäude aus den 1970er-Jahre an der Landenbergstrasse in Luzern wird für den nächsten Zyklus saniert und durch eine Aufstockung erweitert. Im Fokus steht die nachhaltige Erneuerung der Gebäudehülle und Energieversorgung mit dem Ziel, den Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen unter Beibehalt der bestehenden Bausubstanz wirkungsvoll zu minimieren.
In einer detaillierten Simulationsstudie wurden verschiedene Sanierungsmassnahmen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Gesamtbilanz der nicht erneuerbaren Primärenergie und Treibhausgasemissionen – sowohl in der Erstellung als auch im Betrieb –analysiert.
Das bestehende Gebäude wird derzeit mit Heizöl betrieben, ist nur mässig gedämmt und wird natürlich belüftet. Im Rahmen der Studie wurden verschiedene Sanierungsansätze geprüft:
- Ersatz der Ölheizung durch einen Anschluss an die Fernwärme aus See-Energie mit (Bio-)Gasspitzenlastdeckung
- Nachrüsten einer mechanischen Lüftung mit effizienter Wärmerückgewinnung
- Energetische Ertüchtigung der einzelnen Bauteile der thermischen Gebäudehülle
Die Simulationen zeigen, dass bei einer weitgehend erneuerbaren Wärmeversorgung nicht alle Dämmmassnahmen aus Sicht der Gesamtbilanz ökologisch sinnvoll sind. In gewissen Fällen übersteigen die grauen Emissionen aus der Materialherstellung die Einsparungen des verminderten Heizwärmebedarfs im Betrieb.
Mit den nach Wirksamkeit, Bauschadenfreiheit und Behaglichkeit selektionierten Sanierungsmassnahmen, können die Gesamtemissionen des Gebäudes um mehr als 60 % bzw. 63 Tonnen CO2 pro Jahr reduziert werden – das entspricht rund sieben Weltumrundungen mit einem Dieselfahrzeug, jedes Jahr.
Das Projekt zeigt eindrücklich: mehr Dämmen ist nicht immer nachhaltiger. Gerade bei Bestandsbauten ist eine ganzheitliche Betrachtung entscheidend, um ökologische, ökonomische und komfortrelevante Aspekte sinnvoll in Einklang zu bringen.